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Äthiopien

 

Äthiopien ist der älteste unabhängige, heute noch bestehende Staat Afrikas und einer der ältesten der Welt. Er blickt auf eine mehr als 2500 Jahre alte Geschichte zurück und gilt, wie auch der Rest des östlichen Afrikas, als Wiege der Menschheit. Hier wurden im Jahr 1974 die Überreste der weltweit berühmten „Lucy“ (Australopithecus afarensis) gefunden.

Simien Mountains

 


Äthiopien ist auf der Liste der bevölkerungsreichsten Länder unserer Erde mit über 85 Millionen Menschen auf Platz 14. Die Bevölkerung setzt sich aus verschiedenen Ethnien unterschiedlichster Größe zusammen. Trotz seiner geographischen Lage südlich der Sahara wurde Äthiopien in seiner Entwicklung stark durch den Nahen Osten beeinflusst. Ebenso heterogen wie die ethnischen Zugehörigkeiten sind auch die religiösen. Die Bevölkerung teilt sich in äthiopisch-orthodoxe Christen und sunnitische Muslime – die die größten Glaubensgemeinschaften bilden – sowie Katholiken, Juden, Hindus und animistische Religionen.

Addis Abeba

 

Merkato Addis Abeba

Addis Abeba zählt 5-6 Millionen Einwohner und ist Äthiopiens Hauptstadt, sowie außerdem Sitz der UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) und der Afrikanischen Union (AU). Die Stadt ist nicht nur das politische, sondern auch das soziale und wirtschaftliche Zentrum des Landes.

Doch ungeachtet seiner Bedeutung ist Addis Abeba von Armut geprägt. In den 60er Jahren begann die Stadt sehr rasch zu wachsen. Allerdings entwickelte sich die Infrastruktur nicht in gleicher Geschwindigkeit. Die Versorgung mit Wasser und Elektrizität ist für viele der Einwohner nicht gewährleistet, weniger als 10% der Einwohner verfügen über Kanalisation.

Vergangene Kriege haben Veteranen zurückgelassen und verstümmelte Bettler gehören zum Alltag. AIDS ist aus dem Stadtbild der äthiopischen Hauptstadt nicht mehr wegzudenken: omnipräsent erscheint es in Form von „safer sex“-Plakaten oder kleinen Waisenkindern, die – viel zu klein und schwach für ihr Alter – durch die Straßen streunen. Trotzdem in den vergangen Jahren die Aufklärung bewusst verstärkt wurde, ist ein erfolgreiches Eindämmen der Seuche zur Zeit nicht absehbar. Die Hoffnung gilt der stetig anwachsenden Mittelschicht, die auch die sukzessive Stabilisierung der Wirtschaft und damit ein besseres Äthiopien mit sich bringt.

 



Die offizielle Amtssprache des Landes ist Amharisch, Englisch ist die zweite Verkehrssprache. Seit die absolute Monarchie durch einen Militärputsch im Jahr 1974 beendet wurde, befindet sich das Land in einem Zustand der konstanten Instabilität. Die nahezu ununterbrochenen Grenzstreitigkeiten mit dem benachbarten Eritrea sowie zahlreiche Bürgerkriege haben Äthiopien nachhaltig geschwächt, ebenso die schwere Hungersnot Mitte der 80er Jahre, bei der mehr als eine Million Menschen starben. Das ehemals wohlhabende Land zählt heute zu den ärmsten Entwicklungsländern der Welt, auf dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) liegt es auf Platz 171 von 182 (Stand 10.2009)

Zu den größten Problemen Äthiopiens zählen die schlechte Ernährungssituation, das mangelhaft entwickelte Gesundheitswesen, das rasante Bevölkerungswachstum und einer der schlechtesten Bildungsstände.

 

Simien Mountains

Dennoch birgt Äthiopien große Potentiale in sich. Der Gedanke der Selbsthilfe ist in der äthiopischen Gesellschaft tief verankert und die Landwirtschaft, wie sie heute existiert, ist durchaus ausbaubar. Das Land verfügt des weiteren über noch nicht genutzte Bodenschätze und die besonders vielfältige Flora und Fauna, die Äthiopien aufgrund seiner speziellen geographischen Lage sein eigen nennt, ist für Naturtouristen aus aller Welt eine absolute Besonderheit.

 

Zahlen und Fakten:

HIV-Infektion: 2,1% der Gesamtbevölkerung

Lebenserwartung: Männer 53 Jahre, Frauen 58 Jahre

Wirtschaftskraft: BIP pro Kopf USD 900 (Vergleich Österreich: USD 40 400)

Arbeitslosigkeit: keine Angabe

 

(Quelle: CIA Factbook 2009)

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